Es gibt kein rechtes Leben im falschen*. sie lebte ihr dreizehntes jahr, mit abwechselnden, geregelten und zugeführten subjekten, als menschenkind, fern einer schande, oder schuld. kinderarbeit, sieben tage, während sieben wochen, 49 endlosigkeiten, frühstück inklusive, von 1-2, am nachmittag. am fünfzigsten tag, jeweils, der ausflugstag, in begleitung. die brüder zu besuch, nicht so der vater, mit der börse. einmal die postkarte, von der mutter, mit anweisungen. die gedanken wichen aus ihr, aus ihrem leben, wie mäuse, die ein sinkendes schiff verlassen, die die flucht aus ihr antraten, sich dünne machten, wie sie selbst, mit 29 kg, kein lebend- und kein totengewicht. die gewichte, die auf ihr lasteten, täglich, eine abwechselnde vielfachheit davon, unzählbar für sie, namenlos, eine permutierende menge mit unterschiedlichen häufigkeiten. ein gedanke besuchte sie, mitunter, der eine erinnerung trug, wo sie als kind durch die brille ihrer großmutter schaute, auf den schwarzdornstrauch, in deren garten, das rosengewächs, das weiße blütenmeer, das blendende weiß.
*T. W. Adorno, Minima Moralia, Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Suhrkamp,1951


