ich und du, wie viel von dir, zu mir, zu weit, zu zweit,.. er legte den stift zurück, improvisierte kurz über das thema, glitt chromatisch hinüber zu den alten harmonien, die noch nicht lied geworden waren, die unfertig, skizzenhaft irgendwo in diesem stapel, unter dem hocker, den er besaß, wenn er unterichtete, am unteren ende der klaviatur, unsortiert und schlampig ihr dasein fristeten. verschiedene kontakte waren bedient, andere noch offen, pending, wie er es nannte. es hagelte absagen, bestimmte und wage, und eine einladung nach bochum war dabei, um gottes willen, bochum ! murmelte er und erinnerte die tagung, nein, den siebten bundeskongress des msb spartakus, der einmarsch der fdj, die delegation der sdaj, artige grußworte, die werktore bei benz, basf, john deere. max beckmann gleich, die arbeiter im halbdunkel zur frühschicht eilend, die flugblätter greifend, dann in der nächsten mülltonne entsorgend. der einarmige dkp-ist, angehender sozialpädagoge, der stramme leninist.

..why can’t I let you know ?

ella wird sich verspäten, schreibt sie gerade, um zehn minuten, wie immer. er richtete sich auf eine stunde verspätung ein, wie immer. er wusste um ihre gründe. er liebte sie hierfür, wie eine tochter, die er sich immer wünschte, aber eigentlich war es eine schwester, die ihm immer fehlte, die er glaubte hätte haben zu sollen, die er hätte lieben können, wie keinesgleichen, ein platonischer horizont für sein leben, gespräche am küchentisch bis in die morgenstunden, über die zeiten hinweg, die stürme, die liebeleien.

*J. Kern, H. Hammerstein