mit dem begriff heimat ist für mich persönlich eine mehr oder weniger absurde vorstellung verbunden. eine deutsche heimat ist nichts für mich. war es auch nie. es lag und liegt etwas bedrohliches in ihm, eine provinzielle enge, die herrschaft der großredenführer und kleinbürger in räten und gremien, wo über dachkantel und kreditwürden von idiotes* verhandelt wird. wobei der damit bezeichnete gegenstand eigentlich ein zusammenhang ist. ein sammelsurium von projektionen auf einen in seinen abmessungen variierenden topos. ein ungenauer, dumpf-deutscher begriff, der im gebrauch dann die metamorphose hin zur abgrenzung, ausgrenzung und vertreibung vollzieht. angelegenheiten von amtsinhabern und arrivierten hingegen werden nicht verhandelt, diese werden abgesprochen, in deren netzwerken. soviel zur tugendhaftigkeit der teutschen, die sukzessive preußische tugenden in ihre alte, tribale clanmentalität zurückverwandeln.

il cavalcatore siciliano in germania ©ar

das soeben gesagte ist durchaus ausdruck der tatsache, daß ich mich hierzulande ebenso in einer fremde befinde, mit dem nicht unmaßgeblichen nachteil behaftet, daß mir die deutsche mentalität zunehmend missfällt, sie einfach unsexy ist. die in den restlichen gebieten vorherrschende kulturelle differenz zu meiner sozialisation in deutschland, ist für mich nachgerade ein startvorteil für ein diversifizierungsvorhaben, eine denationalisierung meiner person, hin zu einem cosmopoliten, eigener prägung, nicht aus der not, aus der einsicht geboren, haha.

* ohne öffentliches amt