die einlaufenden brecher der rauhen see, haben stücke herausgebissen aus der insel, große teile herausgebrochen aus diesem immer noch widerspenstigen eiland irland. mit 53° nördlicher breite liegen galway und dublin auf einer linie mit zb berlin; dublin an der irischen see, gegenüber von anglesey, zu wales gehörend, der insel der druiden, und galway am nordatlantik. das kulturelle erbe druidisch-keltischen ursprungs, ist in irland lebendig geblieben und gewinnt weiter an bedeutung. die sich vertiefende besinnung auf das mythisch-keltische erbe aus vorchristlicher zeit, findet seinen platz neben und in einer vorwiegend katholischen bevölkerung der irischen republik. die unsäglichen verfehlungen des christlichen klerus tragen hier ebenso bei, wie die characteristik der spätmoderne, mit der platzierung ihrer individuen in einer multipolaren welt, die mit existenziellen sinnkrisen aufwartet. so scheint das keltische erbe ein anker zu sein, in stürmischen zeiten zu lande, nicht nur zur see. gelegentlich sieht man eine ältere irische frau, zumeist, die man sonntags in der kirche antrifft, die am zebrastreifen wartend sich plötzlich bekreuzigt und dann, ohne links und rechts zu schauen, die straße überquert. lebendiges christentum amalgamiert mit einem alltags-aberglauben, der sich wohl aus dem keltischem erbe speist. wie an anderer stelle bereits angedeutet, ist das mythische denken, fussend auf geeigneten narrativen, dabei, neuen raum zu ergreifen, den bestand an rationalistischer kultur und deren narrativen, deren wertekanon, wie freiheit, demokratie u.a.m. , zu bestreiten, anzugreifen und abzudrängen, beiseite zu schieben.*
wie kommt es dazu. die annahme eines weitgehend homogenen, rationalistischen entwicklungs- und akkulturationsprozesses von individuen in kohorten ist irreführend. die disposition der individuen hierzu, weist eine varianz dergestalt auf, daß die individualpersönlichkeiten, ausgestattet mit wirksamen, rationalen wahrnehmungskomplexen, mit unterschiedlichen, diesen komplexen zugrundeliegenden, archao-mythischen wahrnehmungskomplexen ausgestattet sind, die die netzartig, kontextbezogenen, rationalen insel-komplexe tragen, aber auch durchbrechen, diese so ergänzen oder auch verdrängen können.** die freudsche tiefenpsychologie fusst auf eben diesem phänomen. möglicherweise finden verschiedene, als pathologisch bezeichnete phänomene, hierin eine begründung, als archao-mythische wahrnehmungskomplexe, die den reifungsprozess hin zur rationalistisch-symbolischen cognitiven darstellung nicht durchlaufen haben, die mit diesen dynamisch konkurrieren, also nicht pathologisch sind, sondern einer originär disparaten entwicklungspsychologie oder -physiologie entsprechen, mit der folge einer nicht abgeschlossenen integrität der gesamtpersönlichkeit. die stattfindende aufgaben-verteilung, als weitere folge dieser beiden konkurrierenden wahrnehmungskomplexe, unterliegt auch medialen einflüssen. so wird die mediokratie ein archao-mythischer trigger, zur erhöhung der akzeptanz, wirksamkeit und verbreitung moderner mythen in individuen. die hierzu eingesetzte fernsteuerung ist überall zu beobachten, als mobilophonie, haha.
*E. Cassirer, Philosophie der symbolischen Formen, Band 3, Phänomenologie der Erkenntnis, 1929, zweiter Teil, Zur Pathologie des Symbolbewusstseins, Dingwahrnehmung, S. 268 ff. **E. Cassirer, Philosophie der symbolischen Formen, Band 2, Das mythische Denken, 1925



