bis es ruht in dir.* der gnostiker und dann kirchenvater, pater ecclesiae, Augustinus wendet Johannes 14, 27 in eine persönliche ansprache an seinen herrn und gott, duzt ihn und characterisiert die bestehende relation. ob ein quietismus diese ruhe, diesen frieden bringt ist unwahrscheinlich, auch hierfür ist der platz des herzen ein kritisches momentum und am rechten fleck und rechten ort, ist dieser sicher eine gute wahl, zu entsagen, oder sich einfach zu verabschieden. den letzten dingen sich zu widmen, einen eschatologischen blick auf die welt zu beginnen. „nur seiendes, das wesenhaft in seinem sein zukünftig ist, so daß es frei für seinen tod an ihm zerschellend auf sein faktisches da sich zurückwerfen lassen kann, d.h. nur seiendes das als zukünftiges gleichursprünglich gewesend ist, kann augenblicklich sein für seine zeit. nur eigene zeitlichkeit die zugleich endlich ist, macht so etwas wie schicksal d.h. eigentliche geschichtlichkeit möglich.“**
heidegger entreißt hier der zeit die augenblicklichkeit mit einer wucht und stellt sie uns sogleich als bedingung der geschichtlichkeit dar. ich muss das einfach so stehen lassen.
nun verbinde ich Augustinus‘ frieden in der weise damit, daß das sosein sich im frieden zum dasein wendet, sich der zeitlichkeit, geschichtlichkeit somit entzieht, dazu befähigt ist. der göttliche frieden daher mit einem ewigen sein einhergeht. und das augenblickliche dieses schauen erst ermöglicht, im sosein der menschlichen existenz.
* Augustinus von Hippo, * 13. 11. 354 in Tagaste, heute Souk Ahras, Algerien; † 28. 8. 430 in Hippo Regius (Annaba) ** Heidegger, Sein und Zeit


